Was wollen Sie eigentlich…?

Veröffentlich: Mai 09 , 2016
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Neulich war ich mit unseren zwei Irischen Wolfshunden spazieren. Wir haben eine weitläufige Wiesen- und Ackerfläche direkt an der Lahn zu unserem Lieblingsgelände auserkoren. Umrahmt ist das Gelände einerseits von der Lahn, und auf den anderen weit entfernten Seiten von einem Bahndamm und Wohngebieten. Das ist wohl auch der Grund, warum es dort wenig Wild gibt und dementsprechend entspanntes Spazierengehen. Die vereinzelten Enten und Gänse werden inzwischen nicht mehr als jagdbare Beute angesehen, sie sind einfach zu schnell. Ein Hund lernt ja schließlich.

Aber dieses Mal fand sich eine vielversprechende Beute. Ein Hase. Als er aufsprang waren meine Hunde sofort auf und davon. Ich musste mir natürlich keine Sorgen machen, denn, auch wenn sie zu den Windhunden zählen, jagen bedeutet in ihrem Fall eher verjagen. Außerdem rennen sie nur hinter etwas her, solange sie es sehen können. Sobald es außer Sicht ist, kehren sie um und kommen zurück.

So auch jetzt, nur kam noch etwas hinterher, nämlich der Eigentümer des Geländes. Mit Jeep und hochrotem Gesicht. Er kurbelte sein Fernster herunter und brüllte, die Hunde hätten einen Hasen gejagt. Meine Antwort darauf war, ja, sie haben einen Hasen gejagt.

Darauf folgte das Gebrüll, das dürften sie nicht. Meine Antwort, nein, das dürfen sie nicht. Wenn ich jetzt erwartet hatte, dass sich sein Gemüt dadurch beruhigen ließ, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Denn jetzt wurde lautstark verlangt, dass sie angeleint werden müssten. Immer noch ruhig, antwortet ich, nein das müssen sie nicht. Statt Gebrüll, ein Fragezeichen im hochroten Gesicht. Ich erklärte ihm also, dass es weder in Hessen noch in der Gemeindeverordnung Leinenzwang für Hunde gäbe. Das wäre ihm egal, meinte er, in meinem eigenen Garten könne ich machen was ich will, aber auf seinem Gelände ginge das nicht.

Da ich jetzt meinerseits die Lust an der leidigen Diskussion verlor, antwortete ich, das sei wiederum mir egal; wenn er nicht will, dass sein Gebiet betreten wird, solle er Schilder oder ein Gartentor aufstellen. Im übrigen würde ich für den Schaden aufkommen, wenn einer seiner Hasen das Leben verlieren würde.

Ein erstaunter Blick, die Röte wich aus seinem Gesicht und er meinte, darum ginge es doch gar nicht. Jetzt sah er offensichtlich ein Fragezeichen in meinem Gesicht, denn er erklärte, dass seine Kühe in diesem Monat schon zweimal aus der Weide ausgebrochen waren. Zwei Schäferhunde hätten sie gejagt und jetzt sei seine Herde sehr sensibel auf laufende Hunde.

Oh, meinte ich, dann ist es wohl besser, wenn ich meine Hunde anleine.

Kommunikation ist eine feine Sache.

 

Geschrieben von Ralf Oberpaul

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