Streitigkeiten verhandeln II. Teil

Veröffentlich: Apr 14 , 2016
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„Das Wunderbare am Verhandeln ist, dass es uns – mit unterschiedlichen Hintergründen und gegensätzlichen Positionen – befähigt, eine Einigung zu erzielen; zum gegenseitigen, langfristigen Vorteil. Selbst, wenn man nicht mit einem Abschluss einverstanden ist, kann ein Geschäft zustande kommen. Die Parteien können einzelne Streitigkeiten eventuell vernachlässigen, wenn das Gesamtgeschäft stimmt.“

Dies habe ich letzte Woche geschrieben, aber als ich den Beitrag beendete, fiel mir auf, dass die wohl schwierigsten Verhandlungen immer dann statt finden, wenn man gegen „Überzeugungen“ ankämpfen muss (abgesehen von Gehaltsverhandlungen, oder wenn man die Position des Anderen zu gut versteht). Und ich meine hier nicht Religionen, obwohl sie das beste Beispiel sind.

Es ist äußerst schwierig mit Leuten zu verhandeln, die ihrer Meinung so sicher sind, dass Sie sich verpflichtet fühlen, sie uns aufzuzwingen – oder es wird Konsequenzen haben.

In Schottland gibt es die „Wee Frees“, eine extrem religiöse Abspaltung, der die verknöcherte protestantische Kirche Schottlands nicht weit genug geht. Der Sabbat muss eingehalten werden, was ja nicht schlecht wäre, zumindest solange ich nicht gezwungen werde, mich daran zu halten. Es ist gerada mal 10 Jahre her, dass die nationale Fährgesellschaft, CalMac plante, sonntags zwischen Stornoway, Isle of Lewis und Ullapool auf dem Festland zu verkehren. Wäre es für die streng Gläubigen nicht einfacher gewesen, die Sonntagsfähre einfach nicht zu nutzen und den Rest von uns damit in Ruhe zu lassen? Warum wollten sie uns ihren Willen aufzwingen?

Sie werden natürlich eine andere Position vertreten: warum sollten sie an ihrem Sonntag den Lärm ertragen, den die Fähre macht?

In den USA (ein Land, dass ich sehr gern mag) fragt man sich jenseits der Grenzen, welcher Zusammenhang wohl zwischen der Anzahl an Waffen in Privatbesitz und der Anzahl an Schießereien und Massakern (fast in wöchentlichem Abstand) besteht. Ist das so schwer zu kapieren? Die NRA (National Rifle Association) besteht ungeniert darauf, dass kein Zusammenhang besteht. Das ist ein klassischer Fall von blindem Glauben und dem Verschließen vor der Wahrheit.

Und dann gibt es die typischerweise jungen Menschen, die aus vollem Herzen glauben, dass Selbstmordattentate eine gute Sache sind, und dass Gott sie im Jenseits dafür belohnen wird, wenn sie Ungläubige töten.

Wie verhandelt man also mit Menschen, die solch extremen Positionen anhängen? Meistens ist die Antwort, gar nicht! Verhandeln ist eine Prozess des Austauschens, ein Geben und Nehmen. Wenn kein Austausch statt findet, ist es keine Verhandlung. Die Wahrheit also ist, man kann mit Fanatikern nicht verhandeln. Man muss sich an die vernünftigen, gemäßigten Leute im Hintergrund wenden. Nur mit ihnen kann man verhandeln und verlässliche Vereinbarungen treffen.

 

Geschrieben von Robin Copland


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