… alles, was du willst!

Veröffentlich: Jul 27 , 2016
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Neulich berichteten mir Freunde von einem interessanten Restaurant im Norden Londons. Vor allem faszinierte sie das Angebot „all you can eat“.

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber all you can eat erinnert mich an hell erleuchtete Schaufenster, mit mehr Cholesterin und Geschmacksverstärkern, als man sich vorstellen kann und als der Gesundheit zuträglich sind. Und die das Jagdrevier von London-Touristen und hungrigen Studenten sind.

Woher also die Faszination? Vor allem wohl wegen des Sushi und der damit verbundenen gehobenen Gastronomie, die wenig geeignet scheint für ordinäre Werbemaßahmen. Zum Anderen wegen der Kosten für den qualitativ hochwertigen Fisch und der zugehörigen japanischen Ausstattung. Ich fragte mich, wie dieses Angebot für das Restaurant rentabel sein konnte. Wie konnte es vermeiden, von gefräßigen Fischliebhabern ausgenommen zu werden.

Ich besuchte es also mit meinen zwei hungrigen Töchtern, die bestens vertraut waren mit diesem neuen kulinarischen Erlebnis im Norden Londons.

Und es war gut. Richtig gut, und tatsächlich wurde auch all you can eat angeboten. Die Qualität war hervorragend, die Portionen großzügig, aber was mich am meisten beeindruckte, war etwas, das wir beim Verhandeln lehren. Die meisten ungeschulten Verhandler gehen ins Rennen um nur die eigenen Interessen durchzusetzen und nur bemerkenswert wenige berücksichtigen, was  die andere Seite wünscht oder nötig hat.

Das Ergebnis ist ein Sumo-Kampf (passend zum japanischen Aufhänger in diesem Blog!). Beide Parteien prallen aufeinander, in der Hoffnung über genügend Gewicht zu verfügen um den Anderen aus dem Ring zu drücken.

In der hart umkämpften Gastronomie hat ein vormals ruhiges Restaurant erkannt, dass der Kampf um Kunden leichter zum Ziel führt, wenn man deren Bedürfnisse bedient. Es hat darauf vertraut, dass ein „all you can eat“-Angebot, verbunden mit einem angemessenen Preis, der richtige Weg ist. Der Trick dabei ist, genau wie in klugen Verhandlungen, dem Kunden zu geben was er will, aber zu eigenen Bedingungen.

Beim Überprüfen der Speisekarte wurde klar, was diese Bedingungen waren. Und es waren ziemlich viele. Als wir sie erkannten, beschäftigten und amüsierten sie uns während des ganzen Essens.

Bei genauer Durchsicht erkannten wir, dass das Angebot (trotz des riesigen Aushängeschilds außen) nur zur Mittagszeit gültig war. Und nur für eine Stunde und 45 Minuten. Kinder mussten nur die Hälfte zahlen, aber nur wenn sie kleiner als 120 cm waren. Man musste immer zu zweit kommen. Und man durfte maximal 6 Teile auf einmal bestellen. Manche Teile kosteten extra. Und der Service war extra mit 10% der 15,80 GBP pro Person zu bezahlen. Man durfte sich auch nichts einpacken lassen. Und wer weniger essen wollte musste trotzdem den ganzen Betrag bezahlen.

Was mir daran gefällt, ist zweierlei.

Erstens funktioniert es, sie geben uns Kunden was wir wollen und jedermann empfiehlt sie weiter – zu ihren Bedingungen. Das ist eher Judo als Sumo.

Aber das Beste daran, abgesehen davon, dass man soviel essen kann wie man will ist, man fühlt sich danach nicht wie ein Sumo-Ringer.

Geschrieben von Richard Savage


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