Rein oder raus

Veröffentlich: Jul 02 , 2015
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Die neu gewählte Konservative Partei in Großbritannien wird Europa und den Verbleib in der EU zum Thema einer Volksabstimmung machen. Allerdings sind die in Schottland lebenden unter uns etwas gelangweilt, wenn es um Referenden geht. 40 Jahre nichts und dann zwei in kurzer Reihenfolge. Unsere eigene Schuld, wir können uns nicht beklagen. Alles Teil eines demokratischen Prozesses…

Was mich etwas beunruhigt, ist die gleichzeitige Nennung von „Verhandlung“, „David Cameron“, und „EU-Referendum“. Der konservative Premier-Minister, frisch mit dem Mandat der britischen Wählerschaft betraut, wird nun mit der EU neue Bedingungen verhandeln. Und dann wird unser Land die Chance erhalten Ja oder Nein zu sagen, worum es auch immer gehen mag.

Cameron ist mit hoher Intelligenz gesegnet (ein erstklassiger Abschluss in Philosophie, Politik und Wirtschaft am Brasenose College in Oxford). Vielleicht sind Sie nicht seiner Meinung, aber er ist ein hervorragender Redner, schlagfertig, erfahren und immer äußerst präzise.

Ist er aber ein guter Verhandler? Betrachtet man seine letzten Aktivitäten, so ist er einer dieser „Karriere-Politiker“, die Erfahrungen in der Wirtschaft gesammelt haben. Er war Direktor für Unternehmensfragen bei Carlton Communications von Juli 1994 bis Februar 2001. Er kennt also die Haken und Ösen des Verhandelns – intern mit seinen Kollegen und extern mit seinen Kunden. Seine Industrie ist naturgemäß sehr unbarmherzig und die Kunden wurden während seiner Zeit immer cleverer im Verhandeln. Lieferanten wurden als leichte Beute betrachtet und viele Mitbewerber von Carlton gingen Pleite oder wurden geschluckt.

Unsere Hoffnungen ruhen darauf, dass er ausreichend abgehärtet ist. Ich glaube seine europäischen Kollegen werden es ihm nicht leicht machen. Vielleicht werden ihm kleine Zugeständnisse gemacht, die er seinen Wählern dann als Erfolg verkaufen kann. Was er wohl im Gegenzug dafür leisten muss? Der Teufel liegt im Detail.

Er muss sich sehr gut vorbereiten.

  • Wo genau will er hin.
  • Er braucht eine lange Wunschliste, falls seine Vorschläge abgelehnt werden.
  • Eine genau so lange Zugeständnisliste mit Variablen, die leicht zu leisten sind. Die Wahrung des Gesichts wird ein Punkt sein. Und der Austausch von Zugeständnissen, anstatt einer harten Haltung, wird leichter zum Erfolg führen.

Was er dringend braucht, sind Verhandlungsexperten in seinem Team. Und genau hier liegt das Problem. Regierungsbeamte sind sehr höflich. Aber sie sind keine Verhandlungsprofis. Er braucht externe Fachkompetenz. Er braucht Grips (damit meine ich nicht das Motormagazin!). Er braucht Erfahrung und kein diplomatisches Corps.

Für ein kleines Honorar könnte Scotwork dafür zu begeistern sein.

 

Geschrieben von Robin Copland


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