Let’s dance!

Veröffentlich: Dez 17 , 2015
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Hier in UK stoßen wir zu Anfang des Winters auf ein Phänomen. Über unsere Samstagabend-Bildschirme flimmert Let’s Dance! Sogenannte Promintente werden von professionellen Tänzern unterstützt und müssen Woche für Woche gegen andere Paare antreten. Die Zuschauer entscheiden dann, welche Paarung ausscheiden muss. Fast 10 Millionen Zuschauer stimmen während der Sendungen ab. Ich gehöre nicht dazu, aber meine Frau ist ein überzeugter Fan. Deshalb suche ich mir währenddessen immer eine andere Beschäftigung. Bis zu einer Sendung, als meine Frau rief: „Katie tanzt!“ Sie meinte Katie Derham, meine heimliche Favoritin (und nicht nur meine, denn viele wünschen ihr und ihrem sehr humorvollen und bisher wenig erfolgreichen Partner den Sieg).

^pKatie Derham wurde mit 27 Jahren die jüngste Nachrichtensprecherin im britischen Fernsehen (heute ist sie 45). Inzwischen präsentiert sie im Radio und Fernsehen auch klassische Musik. Bekannt wurde sie durch die Anfeindungen einiger älterer Kollegen, die es nicht ertragen konnten, junge (und attraktive) Gesichter hinter den Nachrichtentresen zu sehen. Einer von ihnen bemerkte wenig charmant, dass man nicht besonders intelligent sein muss, um Nachrichten von einem Teleprompter abzulesen – außerdem würde die Bezahlung dieser überbewerteten Talente nicht der Leistung entsprechen.

Warum erzähle ich Ihnen das? Das Gehalt von Derham wurde niemals veröffentlicht, obwohl die neidischen alten Männer ein Salär von 125.000 bis 250.000 £ in den 90ern verbreiteten. Was sie wirklich verdiente, ist nicht interessant. Aber wie sie es verdiente, sehr wohl. In einem kürzlichen Interview wurde ihr die unvermeidliche Frage nach ihrem “riesigen” Verdienst gestellt. Sie sagte, dass sie bei ihrem Wechsel von einem kleinen Sender zur profilierten Nachrichtensprecherin eine Gehaltsvorstellung angeben sollte. Damals gab es keine veröffentlichten Gehälter für diese Positionen und es gab auch keine Richtlinien, an denen sie sich orientieren konnte. Wie sollte sie sich also entscheiden? Ganz einfach, sagte Katie: Man überlegt, was man dem potenziellen Arbeitgeber wert ist. Wie sehr er einen will, wie gut man in diesem Job wäre und was man für die Zuschauerquoten tun könnte. Danach setzt man seinen Wert fest. Offensichtlich war sie mit dem Ergebnis zufrieden, denn sie las die Nachrichten mehrere Jahre auf zwei verschiedenen Sendern.

Für einen Verhandler heißt das: Wenn Sie einen Vorschlag machen, überlegen Sie was sie wollen, legen Sie sich wirkungsvolle Argumente und Fakten zurecht und dann sagen Sie was Sie wollen. Ohne Zweifel waren für den Abschluss noch andere Punkte relevant – von der Vertragslänge bis hin zu den Bildrechten. Ganz zu schweigen von weiteren Wunschlistenpunkten. Aber die Hauptfrage ist, „was bin ich wert und wie sehr wollen sie mich?“ Das bestimmt Ihre Verhandlungsposition und gibt Ihnen Verhandlungsmacht. Katie scheint im Verhandeln genau so versiert zu sein wie im Tangotanzen. Warten wir bis Samstag!

 

Geschrieben von David Bannister


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