In den A**** getreten

Veröffentlich: Nov 26 , 2015
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Bei Fundamentalisten ist es beliebt, gegen das Establishment zu revoltieren. Der Aufstieg von Jeremy Corban in UK, Nicola Sturgeon in Schottland, Marine Le Pen in Frankreich, Alexis Tsipras in Griechenland und Ben Carson in den USA sind symptomatisch für die allgemeine Enttäuschung über die herrschenden Klassen.

In gleichem Maße ist es beliebt bei Journalisten, gegen Großunternehmen zu wettern. Gegen Starbucks, die Steuern hinterzogen haben, gegen VW wegen des Betrugs an seinen Kunden, gegen Tesco, die ihre Zulieferer ausbeuten und gegen die FIFA (ebenfalls in erster Linie ein Geschäftsbetrieb) wegen der Korruptionsvorfälle.

Diese Tritte in den A**** sind deshalb so beliebt, weil sie auf Widerhall stoßen. Fehlverhalten auf Grund von Machtmissbrauch in der Industrie muss angeprangert werden und das wird von der Öffentlichkeit begeistert verfolgt.

Die großen Skandale in den Tageszeitungen spiegeln sich in Unmengen kleinen Verhandlungen wider, die jeden Tag zwischen ungleichen Parteien geführt werden. Zum Beispiel wurde vor ein paar Wochen bekannt, dass französische Medienvertreter Schwierigkeiten bekamen, weil deren kritische Berichte über den VW-Skandal die Werbeeinnahmen gefährdeten.

Ein Vorfall, der dies verdeutlicht wurde uns letzte Woche berichtet. Einer unserer Kunden, ein Online-Modeverkäufer, nutzt Amazon für seine weltweiten Geschäfte. Ein Großteil wird mit „Angeboten durch x und abgewickelt durch Amazon“ verkauft. Amazon lagert einen Teil der Ware in seinen Verteilerzentren. Eines Tages wurde unser Kunde per E-Mail informiert, dass die Abwicklung ausgesetzt wurde, wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Packvorschriften für elektrische Güter. Na gut, abgesehen davon, dass er gar keine Elektrik verkauft! Man machte Amazon freundlich darauf aufmerksam und bekam zur Antwort, dass die Warnung dazu diene, ein neues Versand-Programm bekannt zu machen. Dieses Programm war im Vorfeld an unseren Kunden geschickt worden, der es aber ignorierte, weil er nicht daran interessiert war. Deshalb erhöhte Amazon den Einsatz und versuchte es durch Schocktherapie. Unser Kunde bekam weder eine Entschuldigung noch eine Entschädigung. Er verzichtete auf harte Worte, Kompensationsforderungen und Diskussionen über die Sinnhaftigkeit dieses Verhaltens. Auch gab es keine Kündigungsdrohung, weil der Vertriebskanal zu wichtig ist. Völlig machtlos konnte man sich nur für die Behebung des Problems bedanken und so tun als wäre nichts passiert.

Machtlos aber nicht für die öffentliche Wahrnehmung. Deshalb sind wohl Blogs wie dieser so beliebt.

Geschrieben von Stephen White


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