Friedenswünsche

Veröffentlich: Dez 18 , 2014
Autor:

Am Weihnachtsabend 1914 schwiegen die Waffen im Niemandsland. Britische Soldaten kamen aus ihren Schützengräben, um dem deutschen Feind die Hände zu schütteln und um Geschenke auszutauschen. Stunden zuvor hatten sie noch in grausamer und erbarmungsloser Weise ihre Granaten ausgetauscht. Jetzt erfreuten sie sich an einem improvisierten Fußballspiel mitten auf dem Schlachtfeld, Deutschland gegen England. Deutschland, sagt man, habe 3:2 gewonnen.

Stimmt das? Und wenn ja, warum?

Natürlich ist es durch viele Augenzeugenberichte bestätigt. Der Gefreite Mullard, Waffenbrigade London, schrieb nach Hause „wir hörten eine Musikkapelle im deutschen Schützengraben aber unsere Artillerie hat die Stimmung durch eine Reihe Granaten in ihre Mitte zerstört.“ Umso erstaunlicher war, was er im Morgengrauen sah. „Bäume waren auf die Schützengräben gesteckt, mit Kerzen beleuchtet, und die Deutschen saßen davor. Natürlich kamen wir auch aus unseren Gräben und wir luden uns gegenseitig auf einen Drink und eine Zigarette ein. Zuerst trauten keiner dem anderen wirklich.“

Dem Drang, mitten in der Kriegslandschaft Weihnachten zu feiern, liegen verschiedene Theorien zu Grunde. Darunter auch die Tatsache, dass der Krieg erst vier Monate alt war, und das Maß an Feindschaft noch nicht so hoch war, wie es später werden sollte. Ergänzt wurde die Bereitschaft durch die Unannehmlichkeiten und die Überflutungen, die ein Schützengraben damals bot. Auch die Landschaft, einmal abgesehen von den zerfurchenden Gräben, sah sehr heimatlich aus. Mit Feldern und kleinen Dörfern, die den Kriegsumständen einen Hauch von Zivilisation gaben.

Größtenteils dauerte die Waffenruhe nur bis zum ersten Weihnachtsfeiertag, obwohl sie in machen Gegenden bis zum zweiten Feiertag und sogar bis Sylvester dauerte. Nach dem Ende beschlossen beide Seiten die Feindlichkeit fort zu setzen. Die zunächst widerwillige Rückkehr zu den Kriegshandlungen verkehrte die an Weihnachten geschmiedeten Verbindungen ins Gegenteil und die Kämpfe wurden immer heftiger. Der Waffenstillstand hatte auf dem Gedanken beruht, dass der Krieg an anderer Stelle und am liebsten durch jemand anderen entschieden würde. Im weiteren Verlauf wurde das Ereignis vom Weihnachtsabend 1914 für alle Beteiligten immer unwirklicher.

Auch 100 Jahre später ist die Welt in unzählige Konflikte verwickelt. Glücklicherweise nicht im Ausmaß eines Weltkriegs, aber dennoch müssen viele Menschen Angst um ihr Leben, ihre Familien und ihre Kultur haben. Es gibt viele Wege, Konflikte zu lösen. Vielleicht denken Sie, Krieg wäre die unvermeidliche Folge einer Streitigkeit, aber ich hoffe, dieses Weihnachten hilft uns, andere Methoden zu finden um unsere Differenzen zu bereinigen.

Das Scotwork Team wünscht allen Lesern ein friedvolles und erholsames Weihnachtsfest und alles Gute für 2015.

 

Geschrieben von Das Scotwork-Team


Kommetieren

Aktuellster Blog

War’s das?

Im Jahr 1996 hat Deep Blue, ein Schachcomputer von IBM, den besten Spieler der Welt, Garry Kasparov geschlagen. Es war das erste Mal, dass ein Computer den bestehenden Weltmeister in einem nach internationalen Schachregeln ausgetragenen Wettkampf besiegen konnte. Kasparov beschuldigte IBM betrogen zu haben und verlangte ein Revanche. IBM lehnte ab und schickte Deep Blue in den Ruhestand...

Aktuellster Tweet:

SCOTWORK SC VERHANDLUNGSTECHNIK & CONSULTING GMBH
SC VERHANDLUNGSTECHNIK & CONSULTING GMBH
Unsöldstraße 2
80538 München
Germany
+49 (0)700 – Scotwork (72 68 96 75)
info@scotwork.de
Follow us
cpd.png
voty2016_sign_gold.png