Das kleinere Übel

Veröffentlich: Sep 07 , 2015
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Am 21. August las ich auf der NHS-Website (National Health Service) einen Artikel, in dem der Öffentliche Gesundheitsdienst seine Erkenntnisse über E-Zigaretten veröffentlichte. Sie sollten demnach 95% sicherer sein als normale Zigaretten und außerdem eine wirksame Ausstiegshilfe für alle Raucher. Das hat zur Folge, dass E-Zigaretten ab 2016 als Hilfsmittel zugelassen werden, um das Rauchen aufzuhören.

Vielleicht lässt sich die Industrie davon inspirieren, bei der MHRA (Medicines & Healthcare products Regulatory Agency) einen Antrag auf Zulassung von E-Zigaretten als Medikament zu erwirken. Über die möglichen Gesundheitsrisiken wird weiter berichtet: “Genaueres kann man erst sagen, wenn eine Langzeitstudie vorliegt. Allerdings sind sie im Vergleich mit Zigaretten sicher das kleinere Übel.” (kein Witz!)

Die Befürworter der Legalisierung weicher Drogen nutzen die gleiche Argumentation. Es sei doch besser, die Kontrolle über die Drogen nicht den Kriminellen zu überlassen. Man solle sie legalisieren, dann könne man Gebrauch und Vertrieb leichter kontrollieren.

Also, ich werde mich weder auf eine Diskussion über die Legalisierung von Drogen, noch über die medizinischen Vorteile des E-Zigarettenrauchens einlassen. Aber die Technik “des kleineren Übels” ist Verhandlern wohl bekannt, wenn man jemanden dazu bringen will, etwas zu tun, was er anderenfalls ablehnen würde. Man bietet als zweite Alternative etwas völlig Ungenießbares an, in der vermeintlichen Hoffnung, dass dann das kleinere Übel akzeptiert wird.

Diese Taktik tendiert manchmal auch ins Skurrile. Zum Beispiel wenn es um die Todesstrafe geht. Dann hat man die Wahl zwischen Todesspritze oder elektrischem Stuhl. Wenn diese Stadium erreicht ist, kann man genau so gut gleich sagen, dass die Zeit für Verhandlungen vorbei ist.

 

Geschrieben von Robin Copland


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