Bilder sagen mehr als tausend Worte

Veröffentlich: Jul 14 , 2015
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Einer meiner Freunde war neulich geschäftlich in New York und hatte einen Nachmittag zur freien Verfügung. Da es Februar war, schien ihm der Central Park wenig attraktiv, also ging er nach kurzer Überlegung ins Metropolitan Museum of Art. Dort war in der Gallery 808 eine Sammlung von JMW Turners Werken ausgestellt. Ziemlich weit vom Eingang entfernt, ganz nebenbei gesagt. Er hatte den Film „Mr. Turner“ gesehen (sehr sehenswert) und wollte nun drei Gemälde des großartigen Malers aus erster Hand betrachten.

Er stieg die Treppe hinauf, links rum durch Gallery 690 (Zeichnungen und Gemälde) und 850 (Fotografien). Sehr interessant, aber nicht das, was mein Freund wollte. Er folgte den Schildern durch Gallery 800, 801, 802, 803, 804, 805, 806 und 807 (lauter europäische Maler) bis er endlich die Gallery 808 erreichte. Es war ein langer und beschwerlicher Weg, entlang wirklich bewundernswerter Kunstwerke aber zuletzt war der Appetit unseres Helden auf Nicht-Turner-Werke gesättigt. Jetzt wollte er endlich Bilder des großen Meisters sehen. Und da war sie, Turners Gallery.

Sie war geschlossen. Daneben stand ein Security-Typ, den er fragte, was los sei. „ Es ist geschlossen“ antwortete dieser.

„Das sehe ich“ sagte mein Freund. „Aber warum ist geschlossen?“

Der Sicherheits-Typ – an dieser Stelle möchte ich keinesfalls unhöflich sein und möchte mir auch kein Urteil über ihn erlauben – dachte lange nach und sagte „weil es so ist.“

Mein Freund fragte weiter, was er tun könnte um sie dennoch betreten zu dürfen.

Nach ausgedehnter Pause mit nervösem Schuhewetzen gestand der Wärter, diese Antwort überstiege seine Kompetenz. Fairerweise muss ich sagen, dass er es so nicht formuliert hat, aber so kam es bei meinem Freund an.

Also zurück zum Informationsschalter. Es wäre schön jetzt sagen zu können, mein Freund sei so schlau gewesen, entweder zur Gallery 176 oder 800 zu gehen. Aber nein, er ist ein Trottel und ging den ganzen langen Weg die Treppe runter bis zum Eingang. Völlig erschöpft und der Verzweiflung nahe, sagte er der Dame hinter dem Schalter „Guten Tag, meine Name ist Leonard (die Namen sind zum Schutz aller Beteiligten verändert). „Ich bin aus England, und bin den ganzen Weg hierher gekommen nur um heraus zu finden, dass genau die drei Bilder, die ich unbedingt sehen wollte, in einer geschlossenen Gallery sind. Könnten Sie für mich bitte die Gallery öffnen, damit ich den Weg nicht umsonst gemacht habe?“

Was geschah? Die Gallery wurde geöffnet.

Manchmal vergisst man, dass der beste Weg etwas zu bekommen, der ist, einfach danach zu fragen.

 

Geschrieben von Robin Copland


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