Interessiert mich nicht…

Veröffentlich: Feb 05 , 2014
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Mir wurde auf Seminaren schon oft eine scheinbar einfache Frage gestellt.

Ist alles verhandelbar?

Als Antwort werfen wir einen Blick auf die Pattsituation zwischen der britischen Liberalen Demokratischen Partei und Lord Rennard. Was für ein Chaos!

Für jene, die es nicht mitgekriegt haben oder die nicht in UK leben, Lord Rennard wurde von mehreren Frauen der sexuellen Belästigung angeklagt. Die Anklagen bestehen schon seit einigen Jahren und wurden vom Lord immer vehement bestritten. In schärfster Form widersetzt er sich allen Anschuldigungen und verweigert jede Entschuldigung für etwas, was er nach eigenen Worten nie getan hat.

Nick Clegg, der Vorsitzende der Liberalen Demokraten hat eingestanden, dass die Behauptungen über den sexuellen Missbrauch durch Lord Rennard, nicht ernst genommen wurden.

Clegg sagte, die Demokraten hätten „in der Vergangenheit nicht richtig reagiert“ und übernahm die volle Verantwortung für das Fehlen einer „angemessenen Würdigung“. Er bereue die fehlenden Maßnahmen, denn es wäre nur fair gewesen eine Entschuldigung zu verlangen und die Parteimitgliedschaft bei den Demokraten auszusetzen. Danach bezeichnete er die Medienberichte, er habe erst auf Druck seiner Frau Maßnahmen gegen das Parteimitglied ergriffen, als blanken Unsinn.

Lord Rennard erwägt rechtliche Schritte gegen den einstweiligen Ausschluss aus der Partei.

Beide Seiten scheinen äußerst kompromisslos ihre starre Haltung ohne jedes Anzeichen von Flexibilität zu verfolgen.

Allem Anschein nach will sich Rennard aus Prinzip nicht entschuldigen, warum sollte er auch, wenn er, wie er behauptet, unschuldig ist. Würde aber Nick Clegg nachgeben, wäre es gleichbedeutend damit, die betroffenen Damen als Lügner zu bezeichnen. Wenn man bedenkt, wie wenige Frauen in die Politik gehen und vor dem Hintergrund der aktuell diskutierten Missbrauchsverfahren, wäre dies politischer Selbstmord.

Zurück zu unserer Frage. Ist alles verhandelbar? Natürlich nicht. Es gibt Situationen, in denen auch der größte Druck die andere Seite nicht zum Einlenken bringt. Clegg hat angedroht Rennard zu suspendieren und hat seine Drohung wahr gemacht. Ich glaube, das Friedensangebot, eine öffentliche Entschuldigung könnte die Suspendierung aufheben, war völlig umsonst.

Rennard beschäftigt derzeit seine Anwälte damit, die Rechtmäßigkeit seiner Suspendierung zu prüfen.

Ohne Interesse an einer Verhandlung gibt es keine Verhandlung. Die einfache Antwort auf die Frage ist also nein.

 

Geschrieben von Alan Smith


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