Für meine Liebe tue ich alles…

Veröffentlich: Feb 27 , 2014
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Der Valentinstag ist vorbei. Rote Rosen welken mit hängenden Köpfen auf der Fensterbank vor sich hin. Ein Champagnerkorken steckt hinter einem Buch auf dem obersten Regal und wird wahrscheinlich dort bleiben, bis wir wegziehen.

In der Hitze der Nacht wurden Versprechen gemacht, an die man sich nachher nur vage erinnert. Unter anderem die Vereinbarung, dass alles unternommen wird um die tropfende Dusche zu reparieren (ich wette, ein solch langweiliges Versprechen haben Sie jetzt nicht erwartet), bevor unsere zahlreiche Familie zu Ostern den Vorgarten überschwemmt und bei uns einfällt.

Derartige Spontanreaktionen können einen bei Tageslicht betrachtet, teuer zu stehen kommen, wie Ihnen unser britischer Premierminister David Cameron sicher bestätigen wird.

Die Briten sind abgesoffen. Das haben viele unserer Überseefreunde schon seit langem vermutet.

Aber diesmal meine ich es wörtlich und nicht im übertragenen Sinn. Während ich in meinem Büro sitze, kann ich außer den trommelnden Regen nur heulende Sturmböen hören, die meine wenigen noch standhaften Bäume im Garten lautstark bearbeiten. Das halbe Land scheint unter Wasser zu liegen, die Flüsse treten über die Ufer und der Grundwasserspiegel ist in machen stark bevölkerten Landesteilen um 20m gestiegen. Schöne Katastrophe.

Der Premierminister steht unter beträchtlichem und stetig steigendem öffentlichen Druck und beteuert, dass Geld keine Rolle spielt wenn es darum geht, Abwehrmaßnahmen gegen die landesweite Flut zu ergreifen.

„Wie viel Geld auch immer nötig ist, es steht bereit.“

Ich war sehr erstaunt, das zu hören, weil andererseits diese Woche von der Umweltbehörde verlangt wurde, endlich Sparmaßnahmen durchzusetzen. Tatsächlich hat sie ein Leitprinzip verabschiedet, welches besagt, dass jede Maßnahme zur Flutbekämpfung eine achtfache Rendite einbringen muss. Begründet wurde es mit der Notwendigkeit die dicht besiedelten Gebiete um London intensiver schützen zu müssen als beispielsweise abgelegene Gegenden in Somerset.

Es wird für die Regierung und für die Umweltbehörde sehr schwierig sein (auch wenn Cameron nach seiner unüberlegten Äußerung schon einen Rückzieher gemacht hat), dieses Leitprinzip gegen die verschwenderische Äußerung des Premierministers durchzusetzen. Und da liegt der Hund begraben. Meiner Meinung nach dürfen große Zwischenfälle oder Katastrophen nicht zugunsten großer Ideale verharmlost werden. Trotzdem haben die notwendigen Maßnahmen soziale, politische und natürlich auch finanzielle Auswirkungen. Strenge Richtlinien erstellen und einhalten wollen und andererseits gezwungen sein, sich für gewisse und genau limitierte Zeit außerhalb dieses Rahmens zu bewegen bedarf einer klaren und eindeutigen Aussage.

Leitprinzipien sollen genau das tun. Sie sollen uns im Alltagsleben leiten. Sie dienen uns als nützliche Instrumente um bewerten zu können was wir tun. Aber sie müssen sich auch in Extremsituationen bewähren.

Für mich und meine tropfende Dusche heißt es jetzt, meine Grundsätze von „Do It Not Selve“ und von konsequenter Geldeinsparung im ersten Quartal eines jeden Jahres rigoros zu verteidigen.

Für meine Liebe tue ich alles, nur das nicht. Machen Sie sich keine Hoffnungen, es nützt nichts.

 

Geschrieben von Alan Smith


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