Es geht um ein Begräbnis!

Veröffentlich: Mai 14 , 2014
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Trotz seiner weitgehend unbekannten Besetzung, einer verworrenen weiblichen Hauptrolle, eines tragischen Todesfalles und eines Minibudgets, zählt 4 Hochzeiten und eine Todesfall nach wie vor zu den erfolgreichsten britischen Filmen, die je gemacht wurden.

Er wurde vor fast zwanzig Jahren in Großbritannien gezeigt, machte seine Darsteller zu bekannten Stars und brachte weltweit etwa 250 Millionen Dollars ein. Nicht schlecht für ein Budget von weniger als 3 Millionen GBP.

Das Projekt war jahrelang auf Eis gelegt, während das betroffene Produktionsteam verzweifelt versuchte, Geld dafür aufzutreiben. Das Drehbuch erhielt mehr als 17 Neufassungen und Dutzende Schauspieler mussten vorsprechen und wurden abgelehnt, bis man genau die richtigen Charaktere für die Hauptrollen fand.

Während der Aufnahmen wurden die Schauspieler gruppenweise in ganz London abgeholt um Geld für unnötige Autofahrten zu sparen. Adelige (die über einen Morgenanzug verfügten) wurden gebeten als Statisten für die Hochzeitsszenen einzuspringen und Andy MacDowell, der amerikanische Filmstar wurde überredet, eine kleine Gage zu akzeptieren. Alles nur um das Budget einhalten zu können.

Der Schauspieler Hugh Grant, der in vieler Hinsicht erst durch den Film berühmt wurde, war vor Drehbeginn schon fast abgeschrieben. Es gab zwei Probleme mit ihm. Das erste in Form von Richard Curtis, dem Drehbuchautor, der Grant für zu gut aussehend hielt um Probleme mit Frauen zu haben. Wie man sich irren kann.

Und das zweite war, dass Grants Agent auf eine Gage von £40.000 für seinen bis dahin völlig unbekannten Schauspieler bestand. Er war damals 33 Jahre alt und hatte nur Maurice, einen Merchant Ivory-Film unter Vertrag. Damit war er £5.000 über dem Budget, das vom Filmteam vorgesehen war.

Michael Foster, der Agent von Grant, sagte „£40.000 und er gehört euch.“

Darauf sagte Duncan Kenworthy, der Produzent, „Tut mir Leid, Sie verstehen nicht. Es gibt nur £35.000 und wenn Sie das nicht akzeptieren, dann nehmen wir einen anderen.“

Jedem Verhandler schießen jetzt die gelernten Verhandlungslektionen in den Kopf. Die erste ist, seine Ausstiegspositionen zu kennen. Die hat Kenworthy klar genannt. Er war bereit auf Grant zu verzichten. Ich frage mich nur wer als Ersatz dienen sollte?

Die zweite ist, dafür zu sorgen, dass man flexibel verhandeln kann, anstatt einfach nur nachzugeben. Man braucht Variablen um sich jedes Nachgeben mit Forderungen in anderen Bereichen zu versüßen. Hat Grant auf £35.000 nachgegeben um die Hauptfigur auf den Kinoplakaten zu sein, einen größeren Anteil am Vorspann zu erhalten, einen Vorzug beim Mittagessen zu kriegen? Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Aber für jede Verhandlung ist es wichtig, eine lange und vielfältige Liste an Variablen zu kreieren, die als alternative Werte eingesetzt werden können.

Und natürlich drittens. In Verhandlungen muss man manchmal langfristig denken.

Grant bekam für seinen nächsten Film 7 Millionen Pfund.

Ich frage mich, was aus ihm geworden wäre, wenn er auf £40.000 bestanden hätte?

 

Geschrieben von Alan Smith


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