Die Größe macht’s!

Veröffentlich: Jul 31 , 2014
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Die großen Dinge bestimmen unser Leben. Aber die kleinen auch.

Es liegt oft an den Kleinigkeiten, das wissen wir alle. Warum also werden so viele Probleme erst erkannt, wenn die Tinte längst trocken ist?

Sobald wir uns dem Ende einer langen und schwierigen Verhandlung nähern, ist die Versuchung eines tiefen Seufzers der Erleichterung groß. Am liebsten möchte man in die nächste Kneipe gehen und den gelungenen Abschluss bei einem schönen Gläschen feiern.

Vorbei sind die Streitpunkte, in welcher Währung gezahlt werden soll, welche genauen Rabatte gewährt werden können und durch welche Faktoren sie beeinflusst werden. Ganz zu schweigen von den Lieferbedingungen und Verspätungszuschlägen. Der Abschluss ist gemacht, also was soll’s?

Das Problem liegt im Detail. Was genau haben wir denn abgeschlossen?

Die Erkenntnis der staatseigenen französischen Eisenbahngesellschaft SNCF, dass 2000 neu angeschaffte Züge zu breit für viele Bahnsteige sind, ist peinlich und äußerst teuer. Fast 4 Millionen GBP zur Erneuerung von über 1.000 Bahnsteigen.

Aber das ist nichts gegen andere Fehlmessungen, Fehlkalkulationen oder Missverständnisse, die weit verheerendere Folgen hatten.

Hier sind drei Fehlkalkulationen allererster Güte.

  1. Der Mars-Orbiter.

Gebaut, um als erster interplanetarer Wettersatellit den Mars zu überwachen, ging er 1999 verloren, weil ein NASA-Team Zolleinheiten und ein anderes metrische benutzte. Die $125 Millionen teure Sonde kam dem Mars zu nahe als sie versuchte in die Umlaufbahn einzuschwenken und zerschellte.

  1. Die Millenium-Brücke.

Um das neue Jahrtausend zu begrüßen, bekam London im Jahr 2000 eine neue Fußgängerbrücke, die die kürzlich eröffnete Tate Modern Art Gallery am Südufer der Themse mit dem Nordufer in der Nähe der St Paul’s Kathedrale verband. Aber die Fußgänger bemerkten, dass die 350m lange Konstruktion verdächtig wackelte, sobald sie betreten wurde. Die Konstrukteure hatten vergessen den Gleichschritteffekt zu berücksichtigen. Wenn die Brücke zu schwingen begann, glichen die Leute ihre Schritte dem Rhythmus der Bewegungen an und vergrößerten diese unbeabsichtigt.

  1. Scott in der Antarktis.

Der bekannte Forscher Robert Falcon Scott machte eine erstklassige Fehlkalkulation über die Verpflegungsmenge, die seine Mannschaft 1910-1912 für die Eroberung des Südpols brauchen würde. Sie bekamen 4.500 kcal pro Tag, was sich als viel zu wenig heraus gestellt hat, wenn man Schlitten ziehen muss, besonders in größeren Höhen. Als die Energiezufuhr fehlte, mussten die Expeditionsteilnehmer langsam verhungern.

Nehmen Sie sich die Zeit und überprüfen sie die Einzelheiten und Ihre Annahmen mehrfach. Verwenden Sie ausreichend Zeit auf die Diskussion, was genau vereinbart wurde.

So wie mein alter Handwerkslehrer immer zu mir sagte. Zweimal messen, einmal schneiden. Ein guter Rat.

 

Geschrieben von Alan Smith


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