Datenanalyse

Veröffentlich: Dez 04 , 2014
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Auf den ersten Blick gibt es wenig Gemeinsamkeit zwischen der Formel 1 und einer Buchprüfungsgesellschaft. Deshalb ist die Neuigkeit, dass KPMG und eine Abteilung des McLaren Rennteams sich verbündet haben, gleichzeitig unerwartet und aufregend. McLaren gibt KPMG Einblicke in deren Methoden, große Datenbestände zu bewältigen. Z.B. die Informationen, die ein Rennwagen während der Testfahrten sammelt, um eine fundierte Entscheidung über den Zeitpunkt eines Boxenstopps zu treffen. KPMG möchte diese Informationen vor allem für die Vorhersage von Problemen und Aufgaben nutzen, die während einer Buchprüfung entstehen. Man möchte nicht nur ein nachträgliches Messwerkzeug für die Firmen sein. Auf der anderen Seite tritt KPMG als Sponsor für McLaren auf – es ist schön zu sehen, dass beide Seiten ihre Verhandlungsfertigkeiten genutzt haben um einen guten Handel zu machen.

Es ist aufregend. Natürlich ist das Konzept, bestehende Daten für die Vorhersage zukünftiger Geschehnisse zu verwenden, nicht neu. Aber dafür neue Technologie zu nutzen um schneller und leichter zum Ziel zu kommen und möglicherweise präziser zu sein, das ist neu. Man könnte auch zukünftige Managementfehler, die bisher allenfalls nachträglich durch interne Informanten aufgedeckt werden konnten, früher erkennen.

Die Datenauswertung – Sammlung und Analyse von Unmengen historischer Daten – wird zunehmend wichtig für die Entscheidungsfindung, auch für viele Unternehmen. Persönlichkeitsprofilanalysen sind im Beschaffungswesen und bei Börsenhändlern weit verbreitet. Und die Ergebnisse dieser Auswertungen können sehr überraschend sein.

Die beiden „Freakonomics“-Bücher von Levitt und Dubner verdeutlichen das. Sie zeigen unerwartete Beispiele – die meisten Drogenhändler leben bei ihrer Mutter, anstatt demonstrativ in den teuersten Villen der Stadt. Die Auswertung der Datenbestände beweist, dass es gewichtige logische Gründe dafür gibt. Die meisten Drogenhändler sind kleine Straßendealer, die niemals richtig Geld verdienen. Es gibt relativ wenig Drogenbarone, und nur diese kommen zu Vermögen.

Auch für Verhandler ist die Auswertung großen Datenbestände zunehmend wichtig. Tatsächlich basieren immer mehr kommerzielle Verhandlungen auf Datenanalyse. Eine wichtige Frage unserer Teilnehmer im Seminar betrifft immer wieder die unterschiedlichen Informationsstände: „Wie soll ich mit jemandem verhandeln, der viel mehr weiß als ich?“ Die einzige Antwort darauf ist: „Hol dir das nötige Wissen!“ Aber datenbasierte Verhandlungen können auch zum reinen Rechenspiel werden; mit dem Ergebnis, dass der gesunde Menschenverstand und ethische  Erwägungen auf der Strecke bleiben. Gute Verhandler müssen querdenken, ihre Intuition einsetzen und einen moralischen Kompass einsetzen können. Für analytische Denker ist das manchmal sehr schwer.

 

Geschrieben von Stephen White


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