Auf dem falschen Gleis

Veröffentlich: Jul 10 , 2014
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Ich weiß wirklich nicht in wie vielen Städten es Straßenbahnen gibt. Aber ich weiß, dass es in Großbritannien welche gibt, und dass einige Tramnetze sehr groß sind. In Manchester und Sheffield, um nur zwei zu nennen, umfassen sie das gesamte Stadtgebiet und sind teilweise so stark frequentiert, dass neue Ausbaustufen geplant sind.

Viele weitere europäische Städte mit eigenem Tramnetz und auch Edinburgh schließen sich diesem Trend an. Ich benutze hier wieder das Wort „Netz“, aber das stimmt nicht ganz: „Linie“ wäre besser. Ohne es genaue überprüfen zu müssen und sicher ohne jeden Widerspruch, kann ich Ihnen sagen, wo die Edinburgher Tram alle anderen übertrifft, nämlich in den Kosten pro Kilometer.

Hier sind die Fakten.

  • Erstens: Die Linie, drastisch kleiner als ursprünglich vorgesehen, geht vom Flughafen bis zum York-Platz im Zentrum.
  • Zweitens: Sie hat eine Länge von 14 km
  • Drittens: die Baukosten belaufen sich auf schwindelerregende 776 Millionen GBP, was bedeutet, dass …
  • Viertens: Jeder km 55,43 Millionen GBP kostet.

Und das wohlgemerkt in Schottland, wo wir jeden Penny eifersüchtig bewachen, die Pfunde gar nicht gerechnet. Zumindest gilt das bis September. Dann werden wir, falls wir uns für die Unabhängigkeit entscheiden, interessante Verhandlungen haben, ob wir unseren Sterling als Währung behalten können.

Außerdem, um den Ärger auf die Misswirtschaft in der Planung und Durchführung des Projektes weiter zu schüren, kann die Linie nicht besonders gut in die städtischen Transportwege integriert werden.

  • Der Flughafen wird durch einen fantastischen Busservice mit Passagieren versorgt und ist zudem schneller als jede Tram.
  • Tatsächlich gibt es eine Haltestelle im Haymarket-Bahnhof, aber sträflicherweise keine im Waverly-Bahnhof, dem wichtigsten im Zentrum – trotz der Tatsache, dass im und vor dem Bahnhof schon Rampen für den einfachen Anschluss der Straßenbahnen installiert sind.
  • Man kann in die Tram keine Fahrräder mitnehmen, so dass die Idee, den Verkehr zu entlasten ins Leere läuft.
  • Der größte Teil der Linie verläuft durch industrielles Niemandsland, so dass die Bewohner der Innenstadt kaum Nutzen daraus ziehen können.

Es ist eine Schande. Ich befürchte, die ehrenwerten Bewohner unserer großen Stadt werden die Tram nicht benutzen und es es wird auch keine Anstrengungen geben, das zu tun, was getan werden muss, nämlich die Linie nach Leith und Granton auszubauen. Sie wird weiter rollen und bimmeln und in der Bedeutungslosigkeit versinken – eine sehr teure Bedeutungslosigkeit.

 

 

Allerdings kann man auch etwas daraus lernen. Etwas, das alle Verhandler, die ihr Geld wert sind, beachten sollten.

  • Haben Sie ein strategisches Ziel und stellen Sie sicher, dass alle damit zusammen hängenden Verhandlungen in die gleiche Richtung weisen.
  • Überprüfen Sie Ihre Visionen hinsichtlich der Marktnachfrage – hängen Sie Ihr Herz nicht an Eitelkeitsprojekte.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie in den Meetings durch kompetente, professionelle Verhandler vertreten werden.
  • Setzen Sie wasserdichte Verträge durch, abgesichert durch eingebaute Vertragsstrafen.

Scheint ganz einfach, im Nachhinein betrachtet.

Eins noch – egal was Sie tun, lassen Sie niemals Stadtverordnete in die Nähe Ihres Verhandlungstisches. Mehr sage ich nicht.

 

Geschrieben von Robin Copland


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