Für ein paar Dollar mehr

Veröffentlich: Jul 12 , 2013
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Als Beweis unverminderter Nachfrage nach Luxusgütern wurden gestern auf einer Auktion $29 Millionen gezahlt, für ein Gemälde aus 1982 von Jean-Michel Basquiat (wer?) mit dem Titel „Ohne Titel“ (welch Inspiration!). Der ursprünglich  erwartete Preis lag bei $25 Millionen. Das Gemälde können sie hier sehen. Ich muss gestehen, dass es mich sehr an ein Werk erinnert, dass meine 3 Jahre alte Enkelin Millie kürzlich in ihrer, von der Familie liebevoll bezeichneten, Windel-Periode, gemalt hat. Ich behaupte nicht, viel von Kunst zu verstehen, aber ich kann mir bessere Wege vorstellen um $29 Millionen auszugeben.

Gleichzeitig las ich fasziniert, dass die Preispolitik von Londons Warenhaus-Flagschiff, Harrods, weiterhin erfolgreich auf steigende Preise setzt. Der Umsatz pro Kunde ist in 5 Jahren um 85% gestiegen, wobei die Nachfrage und die Preise von Luxusgütern im Gegensatz zum mittelpreisigen Segment überproportional gestiegen sind.

Das ergab für Harrods ein Umsatz- und Gewinnplus in 2012, und gleiches wird für 2013 erwartet.

Stuart Snow, der Einkaufschef von Harrods, definiert die Rolle seines Teams als „Suchen und Beschaffen von hochwertigen Gütern und Serviceleistungen, stetige Qualitätskontrolle und die Absicherung durch alternative Beschaffungsquellen“. Das ist nicht ganz einfach. Es gibt keine alternative Beschaffung für Louis Vuitton, Rolex oder Gucci. Deshalb macht er eine Gratwanderung zwischen dem besten Preis und dem Erhalt des Lieferanten. Wenn er einen Preisnachlass fordert, den die bekannten Marken ablehnen und dann abspringen, verliert Harrods an Attraktivität und die Kunden wandern ab.

Andererseits herrscht in durchschnittlichen Kaufhäusern, in Supermärkten und Bekleidungsgeschäften, ein unverminderter Preiskrieg. In einem anderen Blog haben wir beschrieben, wie die Einzelhändler im Massenmarkt ihre Lieferanten aussaugen. Zum Teil mit sehr aggressiven Methoden, die durch ihre negative Öffentlichkeitswirkung dazu führen, dass offizielle Stellen tätig werden müssen.

In Australien untersucht eine Wettbewerbskommission die beiden größten Supermarktketten, weil eine Großzahl von Lieferanten sich über den Missbrauch der Marktdominanz beschwert hat. Man vermutet, dass die damit verbundene negative Publicity das Augenmerk der Ämter auch auf andere Bereiche gelenkt hat. So gibt es derzeit einen Streit, ob vorgebackenes Brot, das im Supermarktofen fertig gebacken wird, als „frischgebacken“ deklariert werden darf.

Um leere Regale zu vermeiden, falls die Lieferanten nicht nachgeben und ihre Lieferung einstellen und um den Druck zu erhöhen, bestücken die Supermärkte ihrer Stellflächen mehr und mehr mit Eigenmarken. Die Einzelhändler verteidigen ihre Strategie damit, dass sie im Sinne der Verbraucher handeln und weisen auf deren unstillbares Verlangen nach niedrigen Preisen hin. Um so wichtiger in Zeiten wirtschaftlichen Drucks.

Wir verstehen das, bemerken aber erstaunt, dass die Gewinnmargen der großen Supermarktketten steigen, ohne dass der durch Preisdruck entstandene Vorteil sinnvoll verwendet wird. Und dass andererseits weniger Markenware im Schaufenster zu nachlassendem Interesse seitens des Kunden führen wird.

Erfolgreich zwischen effektivem Einkauf, Kundenzufriedenheit und Liefersicherheit zu balancieren wird zunehmend schwieriger.  Unser Auftrag bei Scotwork ist es, Managern zu helfen, sich besser zurecht zu finden. Können wir Ihnen helfen?

 

Geschrieben von Stephen White


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