Es gehören zwei dazu

Veröffentlich: Feb 07 , 2013
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Die britische Presse hat diese Woche von der Geschichte des Liberaldemokraten und ex-Ministers Chris Huhne berichtet. Huhne war im März 2003 auf der Autobahn zwischen dem Flughafen Stansted und London mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Radarfalle gefahren. Um nicht den Führerschein zu verlieren, nahm seine damalige Ehefrau die Strafpunkte für das Verkehrsvergehen auf sich.

Im Jahr 2010 war nach Presse-Enthüllungen bekannt geworden, dass seine Frau ihn nach einer Affäre verlassen- und in einem Anfall von Rachsucht der Polizei von den Ereignissen sieben Jahre zuvor berichtet hatte.

Huhne –mit den Vorwürfen konfrontiert- verweigerte jegliche Aussage energisch und versuchte, jedes rechtliche Mittel auszuschöpfen, um einer Ladung zu entgehen. Er scheiterte und als der Fall am vergangenen Montag vor Gericht kam gab er schließlich seine Schuld zu. Der Richter hat angedeutet, dass ihm eine Gefängnisstrafe bevorsteht.

Interessant sind für mich auch die rechtlichen Konsequenzen für seine Frau Vicky Pryce – denn schließlich muss man zu zweit sein um zu vereinbaren, wer das Auto fuhr. Sie führte zu ihren Verteidigung „ehelichen Zwang“ an: ihr Ehemann hätte sie gezwungen, das Verbrechen zu begehen.

Wir werden wahrscheinlich nie die Einzelheiten des Gesprächs erfahren, das sich nach Erhalt des Briefes der Polizei von Essex am Frühstückstisch zwischen Huhne und Pryce abgespielt hat. Wenn beide typische Unterhändler gewesen wären, würde ich es mir so vorstellen:

Huhne: „Oh sh*t. Sie haben mich dran wegen Geschwindigkeitsübertretung. Bloody police. Das war´s für ein paar Monate mit meinem Führerschein…es sei denn…“

Pryce: „es sei denn, was?”

Huhne: „…diese drei weiteren Strafpunkte für mich bringen mich über die Grenze und der Führerschein ist weg. Aber wenn du sagen würdest, du bist gefahren, wäre das Problem gelöst. Du bist noch nicht an der Grenze”

Pryce: “Hm, Chris….warum sollte ich da vielleicht zustimmen?“

Huhne: “Es wird sich für dich lohnen. Wie wär’s…ich lade dich zu einem sehr teuren Abendessen ein?”

Pryce: „Und?“

Huhne: „Du bestimmst, wohin wir dieses Jahr in Urlaub gehen.“

Pryce: „Und?“

Huhne: „Wir werden Weihnachten diesmal mit deiner Familie verbringen“

Pryce: „Come on, Chris. Wenn du mit mir über eine illegale Aktivität verhandeln willst, dann sei etwas realistischer mit deinen Angeboten.“

Und So weiter…

Vielleicht hätte es nie so weit gekommen, wenn nur Chris Huhne ein besserer Unterhändler gewesen wäre.

 

Geschrieben von Stephen White


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