Britvic/Barr

Veröffentlich: Jun 21 , 2013
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Britvic plc ist ein sehr großes Unternehmen. Im vergangenen Jahr verkaufte es 1,9 Milliarden Liter Softdrinks und beschäftigt etwa 3.500 Menschen. Zu seinen Marken gehören Tango, J2O, Robinsons sowie seine gleichnamigen Mixgetränke. Britvic hat einen direkten Wettbewerber in Schottland namens AG Barr plc, Hersteller des legendären schottischen Getränkes Irn Bru, sowie Tizer und andere bekannte Marken. AG Barr ist ebenfalls ein großer Player im Markt für alkoholfreie Getränke mit einem Umsatz von £ 237 Mio. im vergangenen Jahr.

Im vergangenen Jahr konnte man eine aufsehenerregende Diskussion um eine Fusion dieser beiden Unternehmen verfolgen. Im September wurde eine geplante Aktienübernahme-Fusion zwischen den beiden Unternehmen bekannt gegeben mit der Absicht, dass der Zusammenschluss im November stattfinden soll. Das Abkommen hatte vorgesehen, dass die Britvic-Aktionäre künftig 63 Prozent des erweiterten Unternehmens halten sollten und im Gegenzug Roger White von Barr als Gesamtchef des neuen Unternehmens werden sollte. Dieser Deal wurde zunächst hinfällig, weil das Kartellamt mit Hinweis auf eine entstehende marktbeherrschende Stellung sein vorläufiges Veto eingelegt hat.

In der Zwischenzeit ernannte Britvic einen neuen Chief Executive, Simon Litherland, und dieser begann sofort mit einer Rationalisierung für das Unternehmen, einschließlich der Schließung von zwei Fabriken und den Ausbau des Geschäfts in dem aufstrebenden Markt Indien. Dieser Plan, soweit es Litherland und das Britvic Bord ankündigte, “reduziert die Synergien aus dem beabichtigten Zusammenschluss mit Barr von ursprünglich £ 40 Mio. auf nur noch £ 25 Mio.“ (The Times, 12. Juni 2013).

In Anbetracht dessen hat Britvic wissen lassen, dass Herr Litherland nun auch den  Top-Job nach der weiterhin beabsichtigten Verschmelzung für sich beansprucht und dass ferner die Britvic-Anleger ein noch größeres Stück vom Kuchen als Preis für die Zustimmung zu einem Deal nach einem erneuten Fusionsantrag erhalten sollten.

Ich frage mit, was die Absicht von Britvic mit dieser Verhandlungsposition wirklich ist; es gibt aus meiner Sicht nur zwei realistische Möglichkeiten:

Entweder Britvic möchte die aufgrund der veränderten Umstände die „Erwartungshaltung von Barr neu strukturieren“, weit weg vom ursprünglichen Angebot.

Oder (und ich frage mich, ob dies nicht eher der Fall ist…), sie wollen damit Bedingungen so stellen, dass Barr sie niemals akzeptieren kann, weil Britvic die Fusion eigentlich gar nicht mehr will. Eine elegante Art, die andere Seite „nein“ sagen zu lassen…

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gründerfamilie Barr, die fast 30 Prozent der Aktien hält, eine Übergabe der Zügel an Herrn Litherland dulden würde – das macht die Aussicht auf einen Zusammenschluss höchst unwahrscheinlich.

Geschrieben von Robin Copland


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