Aus der Welt

Veröffentlich: Sep 07 , 2012
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Letzten Monat ist der Forschungsroboter Curiosity sicher auf dem Mars gelandet. Das Prestigeprojekt der amerikanischen Luftfahrtbehörde NASA sollte den USA weltweite Anerkennung bringen. Man wollte beweisen, dass nur ein so großes und wohlhabendes Land wie die USA in der Lage sind, solch ein Projekt einer Marslandung zu stemmen – die Investitionen sind schließlich gigantisch.

Allerdings ist überraschenderweise Indien in den Wettbewerb mit den USA gegangen und hat angekündigt, im nächsten Jahr eine Rakete zum Mars zu schicken. Der Plan sieht einen Start für November 2013 vor, die Rakete soll den Mars irgendwann in 2014 erreichen.

Indiens Premierminister Manmohan Singh kündigte mit diesem “Raumschiff zum Mars“ einen großen Schritt für Indien auf dem Gebiet von Wissenschaft und Technik an. Dieses Projekt kostet die indische Nation schätzungsweise $ 82 Millionen. Die Indian Space Research Organization ist Berichten zufolge mit der Entwicklung betraut.

Dieser geplante Einstieg der Inder in den „Mars-Wettlauf“ wird allerdings von vielen Nationen als vollkommen widersinnig angesehen, alleine Großbritannien leistet € 280 Millionen Hilfszahlungen pro Jahr an Indien. Der Ökonom und Indien-Kenner Jean Drèze, sagte in dieser Woche: “Ich kann die Notwendigkeit einer Weltraummission Indiens zum Mars nicht nachvollziehen, wenn die Hälfte der Kinder im Land unterernährt- und die Hälfte aller indischen Familien ohne Zugang zu sanitären Einrichtungen sind”, sagte er. “Es scheint Teil des wahnhaften Anspruchs der indischen Elite auf den Status einer Supermacht zu sein.”

Mich haben diese Argumente überzeugt – die indische Regierung offensichtlich nicht.

Natürlich haben alle Geberländer die Option, die Hilfszahlungen einfach einzustellen (einseitige Aktion) oder sie können zweckgebundene Gelder nur für konkret bezeichnete Projekte freigeben (eine Bedingung für künftige Hilfen stellen).

Mein Vorschlag wäre, der indischen Regierung einen „Entweder / Oder-Vorschlag“ zu unterbreiten.

Entweder sie setzen ihr Rennen zum Mars fort und erhalten keine weiteren Hilfszahlungen oder sie investieren das Geld, das für die Mission aufgewendet werden muss in die Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger. In diesem Falle läuft die Unterstützung weiter. Sie können zwischen beiden Optionen wählen.

Bei allem Bemühen, in Verhandlungen eine kooperative Lösung zu finden: wenn Überzeugungsarbeit auf taube Ohren stößt, sind wir oft auch gezwungen, etwas anderes zu versuchen. Drohszenarien aufzubauen kann zwar unangenehm sein, aber sie erinnern die Gegenseite an die Macht, der sie sich gegenübersehen.

 

Geschrieben von Alan Smith


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